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Hochbegabungsdiagnostik

Die beschriebenen Merkmale und Auffälligkeiten können zwar Hinweise auf eine besondere Begabung sein, zur Feststellung einer Hochbegabung ist jedoch in jedem Fall eine umfassende Diagnostik bei einem darauf spezialisierten und sehr erfahrenen Diplom-Psychologen / Diplom-Psychologin unerlässlich. Weder Eltern noch Lehrerinnen, ErzieherInnen oder PsychologInnen sind in der Lage, eine Hochbegabung anhand von Verhaltensmerkmalen zu erkennen. Die Zahl der Fehldiagnosen ist im Bereich der Hochbegabungsdiagnostik sehr hoch, wobei sowohl eine zu hoch eingeschätzte Begabung als auch eine unterschätzte Begabung weitreichende Folgen haben können.

Die Durchführung eines standardisierten und zum Erfassen der Hochbegabung geeigneten Intelligenztests ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Hochbegabungsdiagnostik. Er sollte auch die Möglichkeit zum Erstellen eines Begabungsprofils geben. Ebenso wichtig sind jedoch auch eine ausführliche Anamnese sowie die Verhaltensbeobachtung während der Testdurchführung.

Außer der Intelligenz erfasse ich auch die Konzentration und die Motivation, das soziale Verhalten, die Sensibilität und andere emotionale Faktoren, die Feinmotorik und die Händigkeit, die visuelle Wahrnehmung sowie bestimmte Besonderheiten in der physiologischen Entwicklung. Dies ist wichtig für eine umfassende Beratung, da diese Faktoren sich je nach Ausprägung förderlich, aber auch hemmend auf die Entwicklung der Fähigkeiten auswirken können. Etliche hochbegabte Schüler haben schlechte Schulnoten, da viele hemmende Faktoren vorliegen.

Ein möglichst frühes Erkennen hochbegabter Kinder ist deshalb so wichtig, weil geistig unterforderte Kinder meist sehr unzufrieden und unausgeglichen werden. Manche von ihnen entwickeln dabei depressive Verstimmungen, andere wirken sehr launisch und teilweise auch aggressiv. Die dauerhaften Schäden durch intellektuelle Unterforderung und eine nicht-passende Umgebung werden i.d.R. sehr stark unterschätzt. Eine schulische Überforderung wird dagegen allgemein viel eher erkannt und akzeptiert.

 

Verhaltensauffälligkeiten, die durch kognitive Unterforderung entstehen, aber auch das oft sehr eigensinnige oder introvertierte Verhalten hochbegabter Kinder werden häufig mit AD(H)S verwechselt. Dadurch werden hochbegabte Kinder oder Erwachsene oft jahrelang falsch behandelt, z.B. mit Medikamenten. Vor einer solchen Diagnosestellung sollte daher immer zunächst die Möglichkeit einer Hochbegabung bzw. weit überdurchschnittlichen Intelligenz durch einen darauf spezialisierten Diplom-Psychologen / Diplom-Psychologin abgeklärt werden.

Hochbegabung ist kein AD(H)S. Die eigentlichen Ursachen von Konzentrationsproblemen, starker Ablenkbarkeit, motorischer Unruhe, starken Stimmungsschwankungen, schwierigem Sozialverhalten etc. können jedoch durch eine fundierte Diagnostik geklärt werden.

 

Zudem können in meiner Praxis Teilleistungsschwächen bzw. –störungen wie Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Legasthenie oder Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie sowie Fragen bzgl. eines möglichen Asperger-Syndroms diagnostisch abgeklärt werden.

 

Nach Abschluss der Diagnostik erhalten Sie von mir ein umfassendes und aussagekräftiges psychologisches Gutachten, in dem die Ergebnisse sowie die Empfehlungen für die Unterstützung und Förderung Ihres Kindes im intellektuellen und ggf. sozialen und emotionalen Bereich dargestellt werden.

Intelligenzdiagnostik ist sinnvoll,

  • um bei einer vermuteten Hochbegabung Gewissheit zu bekommen

  • um schulische Unter- oder Überforderung zu vermeiden

  • bei Schulproblemen wie z.B. geringer Konzentration oder Motivation

  • um psychosomatischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten entgegenzuwirken

  • damit Eltern, aber auch Lehrer und Erzieher das Kind besser verstehen und fördern können

  • um den richtige Einschulungszeitpunkt zu finden

  • um die Entscheidung zu erleichtern, ob Ihr Kind eine Klasse überspringen sollte

  • um Fragen zur Schulwahl zu klären

  • um in einem Begabungsprofil die Stärken und Schwächen Ihres Kindes zu erkennen

  • zum Nachweis der Begabung für schulische Förderung oder den Besuch spezieller Klassen / Schulen

  • zum Nachweis der Begabung für den Besuch außerschulischer Förderkurse

  • bei sozialen Schwierigkeiten, z.B. mit Mitschülern

  • um Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Ihrem Kind und seine Förderung zu bekommen

  • um Teilleistungsstörungen zu diagnostizieren

  • zur Abgrenzung Hochbegabung / AD(H)S / Asperger-Autismus