Kurse und Vorträge

Hochbegabung > FAQ - Institut für Hochbegabung in Tübingen
Ab welchem Alter kann eine Hochbegabung festgestellt werden?

Die Diagnose einer Hochbegabung ist grundsätzlich ab 3 Jahren möglich. Bereits für dieses Alter existieren geeignete psychodiagnostische Verfahren. Zu empfehlen ist eine psychologische Testung und Untersuchung in diesem Alter dann, wenn bereits Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung oder aber Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen sind.

 

Falls sich bei der Diagnostik in diesem Alter keine Hochbegabung zeigen sollte, ist es dennoch möglich, dass das Kind hochbegabt ist, aber seine Fähigkeiten noch nicht soweit entwickelt sind, um sie gut messen zu können.

 

Ab einem Alter von 4 Jahren ist eine Hochbegabungsdiagnostik dann in den allermeisten Fällen sehr gut möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass der Diplom-Psychologe, der das Kind untersucht, sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der Begabungsdiagnostik und viel Einfühlungsvermögen hat, damit ein so kleines Kind seine Begabung auch zeigt.

 

Das möglichst frühzeitige Erkennen einer Hochbegabung oder auch weit überdurchschnittlichen intellektuellen Begabung ist außerordentlich wichtig, um die Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten zu finden, Ihr Kind angemessen zu fördern und Fehlentwicklungen durch Unterforderung oder Überforderung sowie durch Unverständnis der Umwelt entgegenzuwirken.

Ist der Test für das Kind nicht eine große Belastung?

Nein, ganz im Gegenteil: Den allermeisten Kindern macht es sehr viel Freude, zeigen zu dürfen, was sie können. Viele Kinder, die ich in meiner Praxis getestet habe, haben hinterher den Eltern ganz glücklich berichtet, dass sie endlich einmal spannende Aufgaben lösen durften und sich verstanden fühlten.
Allein dieses Erlebnis hat bei manchen Kindern schon vor dem Einleiten konkreter Fördermaßnahmen eine deutliche positive Veränderung ihres Verhaltens und Empfindens ausgelöst.
Ein erfahrener Diagnostiker wird nur geeignete psychodiagnostische Verfahren einsetzen, die sich an das Leistungsniveau des Kindes anpassen lassen, so dass während der Testdurchführung auch bei einem weniger begabten Kind keine Frustration entsteht.

Unser Kinderarzt (die Erzieherin / ein Lehrer) riet uns, unser Kind bei Ihnen testen zu lassen. Wir sind uns aber unsicher, ob das nötig ist.

Sehr viele hochbegabte Kinder bleiben leider sehr lange Zeit oder sogar ihr Leben lang unentdeckt, weil bei ihnen niemand eine Hochbegabung vermutet oder aber weil die Eltern die Durchführung einer Begabungsdiagnostik scheuen. Dadurch werden die Potentiale des Kindes nicht entdeckt und nicht angemessen gefördert, die Kinder (und späteren Erwachsenen!) fühlen sich „anders“ und unverstanden und leiden oft sehr darunter, zumal sie den Grund nicht kennen. Bereits bei Kindern entstehen dadurch oft Motivationslosigkeit, Schulunlust oder -verweigerung, psychosomatische Symptome, soziale Probleme mit Mitschülern oder Lehrern bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Kinderärzten, Erzieherinnen und Lehrern fehlen leider nach wie vor in der Regel die nötigen Informationen über die Themen intellektuelle Begabung oder Hochbegabung, so dass die meisten hochbegabten Kinder auch von ihnen nicht erkannt werden.

Wenn jedoch ein Kinderarzt, eine Erzieherin oder ein Lehrer die Vermutung einer Hochbegabung äußert, sollten die Eltern unbedingt eine fundierte Hochbegabungsdiagnostik bei einem erfahrenen Diplom-Psychologen durchführen lassen. Anlässe können z.B. die U-Untersuchungen, Kopf- oder Bauchschmerzen des Kindes, aggressives Verhalten, Langeweile in der Schule, sozialer Rückzug oder andere Verhaltensauffälligkeiten in Kindergarten oder Schule sein.

Weshalb ist es wichtig, eine Hochbegabung zu erkennen und was können wir mit dem Testergebnis anfangen?

Jedes Kind hat zunächst das natürliche Bedürfnis, zu lernen und seine Fähigkeiten zu entwickeln. Je höher die (zum größten Teil genetisch bedingte) intellektuelle Begabung eines Kindes ist, umso mehr geistige Anregung benötigt ein Kind.

Während andere Bedürfnisse und Begabungen eines Kindes, wie z.B. nach Bewegung und sportlicher Betätigung meist schon sehr früh von den Eltern sowie in Kindergarten und Schule gefördert werden, ist dies bei der intellektuellen Begabung bislang leider kaum der Fall.

Wird ein Kind über längere Zeit „ausgebremst“ und in seinem Bedürfnis nach intellektueller Anregung und Förderung nicht wahrgenommen, können bereits bei Vorschulkindern starke Verhaltensauffälligkeiten, soziale Probleme aufgrund nicht-passender Freunde sowie psychosomatische Symptome wie Kopf- und Bauschmerzen, Hauterkrankungen, Einnässen oder depressive Verstimmungen auftreten.

Eine umfassende psychologische Hochbegabungsdiagnostik, die auch ein ausführliches Anamnesegespräch, ein Beratungsgespräch und ein psychologisches Gutachten beinhalten muss, ist die Grundlage für eine angemessene Förderung und einen leichteren Umgang mit Ihrem Kind.

Bei der Beratung berücksichtige ich nicht nur die Höhe der Begabung insgesamt sowie das Begabungsprofil mit seinen Begabungsschwerpunkten. Für eine fundierte Elternberatung beziehe ich auch die Persönlichkeit des Kindes, soziale und emotionale Faktoren mit ein. Dadurch kann für jedes Kind die individuell am besten geeignete Förderung empfohlen werden, so dass eine Unter-, aber auch eine Überforderung vermieden werden.

Viele Schulprobleme aufgrund von Langeweile, Unter- oder Überforderung, nachlassende Motivation und Konzentration, soziale Probleme oder sinkendes Selbstvertrauen lassen sich so verhindern.

Aber auch unnötige Konflikte zuhause in der Familie, die durch schwieriges Verhalten des Kindes oder Streit um Hausaufgaben, Lernverhalten und schlechte Noten entstehen, lassen sich so beheben bzw. entstehen gar nicht erst.

Nicht zuletzt ist es für ein hochbegabtes Kind selbst sehr wichtig, eine Erklärung dafür zu erhalten, weshalb es sich so „anders“ fühlt und mit den meisten gleichaltrigen Kindern wenig anfangen kann. Die Art und Weise der Rückmeldung an das Kind bzgl. der Ergebnisse der Hochbegabungsdiagnostik bespreche ich grundsätzlich zunächst mit den Eltern. Sie muss sehr feinfühlig an das jeweilige Kind angepasst werden und auch Tipps für das Kind selbst beinhalten.

 

Schließlich sind das Testergebnis und das psychologische Gutachten die unerlässliche Grundlage, wenn bestimmte Fördermaßnahmen wie eine vorzeitige Einschulung, anspruchsvollere Extraaufgaben im Unterricht („Enrichment“) oder aber das Überspringen eine Klassenstufe („Akzeleration“) angestrebt werden.

Auch für die Entscheidung, welche Schulart nach Beendigung der Grundschule geeignet ist, ist eine Begabungsdiagnostik sinnvoll, die zum einen die Höhe der Begabung insgesamt, aber auch die Begabungsschwerpunkte (z.B. sprachlich oder mathematisch) umfasst. Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten für die Schulwahl sind viele Eltern in den letzten Jahren sehr verunsichert, welche Entscheidung die richtige ist.

 

Insbesondere vor der Überlegung, sein Kind einen Hochbegabtenzug eines Gymnasiums oder eine Schule / ein Internat für hochbegabte Schüler besuchen zu lassen, ist eine fundierte Hochbegabungsdiagnostik sehr wichtig, die auch die Persönlichkeit des Kindes berücksichtigt.

Wie läuft bei Ihnen die Hochbegabungsdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen ab?

Nähere Informationen dazu finden sie hier

Können bzw. sollen wir unser Kind auf den Test vorbereiten?

Nach meinen Erfahrungen ist es am besten, wenn Sie mit Ihrem Kind nicht zu früh vor dem Termin darüber sprechen, sondern erst wenige Tage vorher. Bei Kindern bis etwa 12 Jahren ist es besser, im Vorfeld nicht von „Test“ oder „Hochbegabung“ zu sprechen, sondern eher von „Knobelaufgaben“ oder „Denkspielen“ bzw. davon, dass man erkennen möchte, was es schon so alles kann und weiß und was davon am besten oder welche Aufgaben ihm am meisten Spaß machen. Gegebenenfalls können Sie auch erwähnen, dass Sie feststellen lassen möchten, weshalb es sich in der Schule oft langweilt und wie man dies ändern kann.

Bei Vorschulkindern, die sich im Kindergarten unterfordert fühlen und schon gerne in die Schule gehen möchten, können Sie erklären, dass Sie feststellen lassen möchten, ob es gut und möglich wäre, es schon bald einzuschulen.

Ab einem Alter von etwa 12 Jahren ist es meist richtig, den Grund für die Untersuchung klar zu nennen mit dem Hinweis, dass Sie eine Erklärung und eine Hilfestellung für bestehende Fragen und Schwierigkeiten finden möchten bzw. eine angemessene Förderung besprechen möchten.

Ihr Kind sollte auf keinen Fall den Eindruck haben, es müsse zu einem Arzttermin, in eine Klinik oder zu einer Schule oder Behörde. Eine inhaltliche Vorbereitung ist in keiner Weise erforderlich oder möglich. Ihr Kind sollte aber möglichst ausgeruht zu mir kommen und etwas gegessen und getrunken haben.

Wie läuft die Hochbegabungsdiagnostik bei Erwachsenen ab?

Nähere Informationen zur Hochbegabungsdiagnostik bei Erwachsenen finden sie hier

Bis zu welchem Alter ist bei Erwachsenen eine Hochbegabungsdiagnostik möglich?

Eine fundierte Hochbegabungsdiagnostik bzw. eine Diagnostik der intellektuellen Begabung ist bei Erwachsenen derzeit bis zu einem Alter von etwa 90 Jahren grundsätzlich möglich!

 

In den letzten Jahren hat die Zahl der Erwachsenen, die sich in meiner Praxis psychologisch untersuchen ließen, stark zugenommen. Immer mehr Erwachsene beschäftigen sich mit dieser Fragestellung und möchten die Gründe wissen, weshalb sie sich „anders“ fühlen, anders denken, andere Interessen und Verhaltensweisen haben als die breite Mehrheit.

 

Sie möchten die Möglichkeiten erkennen und nutzen, die die Diagnose „Hochbegabung“ mit sich bringen kann und z.B. durch ein begleitendes Coaching persönliche und berufliche Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit ihrer Hochbegabung entstanden sind, bewältigen, um ein erfolgreiches und erfülltes Leben führen zu können.

Mein Kind hat bereits an anderer Stelle einen Test gemacht. Ist es sinnvoll, dass wir es dennoch nochmals bei Ihnen testen lassen?

Leider werden in den letzten Jahren zunehmend Intelligenztests oder sog. „IQ-Tests“ von Personengruppen durchgeführt, die nicht die erforderliche Qualifikation und Erfahrung dazu haben bzw. veraltete Testverfahren einsetzen oder aber Testverfahren, die für die Fragestellung einer möglichen Hochbegabung gar nicht geeignet sind.

Weitere Fehler werden oft bei der Anwendung, Auswertung und Interpretation von psychologischen Testverfahren gemacht. Zudem werden häufig anamnestische Erhebungen vernachlässigt.

Dies hat dazu geführt, dass nach Schätzungen etwa 60 bis 70 % aller Ergebnisse von Untersuchungen im Bereich der Intelligenzdiagnostik und Hochbegabungsdiagnostik mehr oder weniger ungenau bzw. oft schlicht Fehldiagnosen sind.

Diese Einschätzung deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Solche Fehldiagnosen können weitreichende Folgen haben. Wenn Sie in irgendeiner Weise Zweifel an einem Ergebnis bzw. einer Beratung von anderer Stelle haben, sollten Sie sich nicht scheuen, den Befund nochmals überprüfen zu lassen.

 

Es kann auch vorkommen, dass ein Kind bei einer vorangegangenen Untersuchung aus verschiedenen Gründen seine wahren Fähigkeiten nicht gezeigt hat, so dass das Testergebnis zu niedrig ausgefallen ist. Wenn Sie diese Vermutung haben, wäre es wichtig, Ihr Kind bzw. den Jugendlichen nochmals an anderer Stelle untersuchen zu lassen.

Wir haben unser Kind vor einigen Jahren testen lassen. Ist es sinnvoll, es jetzt noch einmal testen zu lassen?

Es kann sinnvoll bzw. erforderlich sein, ein Kind bzw. einen Jugendlichen nach einiger Zeit nochmals aktuell bzgl. seiner intellektuellen Begabung psychologisch untersuchen zu lassen, z.B. weil eine bestimmte Entscheidung wie etwa die Wahl der weiterführenden Schule ansteht oder aber der Wechsel an eine spezielle Schule für hochbegabte Schüler, ein Beitritt zu „Mensa“, eine Fördergruppe für hochbegabte Schüler oder die Wahl des Studienfachs überlegt wird.

 

Zu empfehlen ist eine erneute Untersuchung auch dann, wenn Sie Zweifel an den Ergebnissen einer Voruntersuchung haben oder wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind habe bei dieser Untersuchung nicht seine wahren Fähigkeiten gezeigt, so dass das Testergebnis evtl. zu niedrig ausgefallen sein könnte.