Untersuchungsablauf

Die Intelligenz-Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen (aber auch bei Erwachsenen) besteht i.d.R. aus zwei Terminen, die jedoch auch am selben Tag stattfinden können. Beim ersten Termin wird nach einem Vorgespräch von etwa 5 bis 10 Minuten ein dem Alter des Kindes gerechter Intelligenztest durchgeführt, der etwa 60 bis 90 Minuten dauert. Im Vorgespräch erkläre ich Ihrem Kind je nach Alter z.B., dass wir „Knobelaufgaben“ und „Denkspiele“ bzw. „Rätsel“ machen wollen oder aber, dass wir sehen wollen, was es schon so alles kann und wo seine Schwerpunkte liegen.


I.d.R. findet der Test mit dem Kind ohne Beisein der Eltern statt, da die Kinder dann fast immer deutlich konzentrierter sind und besser mitmachen. Falls Ihr Kind Sie jedoch nicht aus dem Raum gehen lassen möchte, können Sie bei der Testdurchführung dabei bleiben.

Direkt im Anschluss an die Testdurchführung findet ein Anamnese-Gespräch mit den Eltern statt (ca. 45 Minuten), in dem die Situation in Schule oder Kindergarten, die Entwicklung des Kindes, die familiäre Situation, die Interessen des Kindes etc. angesprochen werden. Bitte bringen Sie Zeugnisse und Vorgutachten (falls vorhanden) mit, evtl. als Kopien. Dieses Gespräch führe ich i.d.R. mit den Eltern ohne das Kind durch, d.h. Ihr Kind kann sich in dieser Zeit in unserem Wartebereich mit einem mitgebrachten Spielzeug oder Buch bzw. unseren Leseangeboten beschäftigen. Vor  allem bei Vorschulkindern kann es u.U. gut sein, wenn z.B. ein Großelternteil mitkommen und sich in dieser Zeit um Ihr Kind kümmern kann.  
Ihr Kind sollte möglichst ausgeschlafen sein und gefrühstückt bzw. kurz vorher eine Kleinigkeit  gegessen und getrunken haben. Bitte bringen Sie aber dennoch auch etwas zu Essen und zu Trinken mit (für die Zeit nach der Testdurchführung).
 
Nach der Testauswertung wird der Beratungstermin durchgeführt (meist etwa eine Woche nach dem ersten Termin oder aber auch am selben Tag nach einer Pause von etwa 30 Minuten), an dem den Eltern das Testergebnis umfassend erläutert wird und die Beratung stattfindet. Als Ergebnis wird den Eltern nicht nur ein Gesamtwert, also die Höhe der intellektuellen Begabung genannt, sondern es werden Begabungsschwerpunkte oder auch -defizite erläutert. Gemeinsam mit den Eltern wird dann besprochen, welche Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung des Kindes oder zur Abhilfe bei Problemen erforderlich sind. Für das Beratungsgespräch plane ich etwa 45 bis 60 Minuten ein.


Zum Teil wird bei diesem Termin noch ein weiterer Test mit dem Kind durchgeführt, um das Ergebnis des ersten Tests zu überprüfen oder um weitere Fragen wie z.B. bzgl. Legasthenie, Dyskalkulie, Konzentrationsproblemen bzw. AD(H)S oder aber Motivation, Lernverhalten u.a. abzuklären.  Auf Wunsch können die Ergebnisse dieser zusätzlichen Tests auch in einer telefonischen Beratung besprochen werden.


Einige Tage später sende ich Ihnen ein schriftliches psychologisches Gutachten mit den Testergebnissen und den daraus resultierenden ersten Empfehlungen zu.


Die Kosten für die Hochbegabungsdiagnostik inklusive Beratungsgespräch und Gutachten betragen nach der GOP etwa 300,- Euro. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen i.d.R. nicht übernommen; eine Kostenübernahme durch private Krankenkassen oder die Beihilfe ist u.U. möglich.  


Anderenfalls können die Kosten u.U. steuerlich abgesetzt werden.

Häufig ergeben sich in der ersten Zeit nach der Hochbegabungsdiagnostik weitere Fragen, z.B. wenn erste Empfehlungen umgesetzt werden oder die Eltern sich mit dem Thema Hochbegabung näher befassen. Gerne können wir dann einen weiteren Beratungstermin vereinbaren (auch telefonisch), um Ihre Fragen zu klären oder wenn Sie Unterstützung bei Gesprächen mit Erzieherinnen oder Lehrern wünschen.


Etliche Kinder kommen auch z.B. nach einigen Jahren nochmals zu mir, als Jugendliche oder junge Erwachsene, wenn sich andere Fragestellungen wie z.B. nach der Berufswahl ergeben, in der Pubertät persönliche Probleme aufgrund der Hochbegabung  auftreten oder ein aktueller Nachweis der Hochbegabung z.B. für ein Stipendium erforderlich ist.    


Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf!

 

Eine umfassende Beratung ist sehr wichtig, damit Sie die Eigenarten und das Verhalten Ihres Kindes besser verstehen können und Ihr Kind angemessen fördern können. In der Beratung können z.B. folgende Fragen besprochen werden:

 

  • Woran liegt es, dass mein Kind so „anders“ ist?

  • Wie kann ich mit seinem auffälligen bzw. schwierigen Verhalten am besten umgehen?

  • Der Kinderarzt oder die Erzieherin meinte, dass unser Kind viel weiter sei als gleichaltrige Kinder. Hat es wirklich eine besondere Begabung oder ist das einfach nur ein momentaner Entwicklungsvorsprung?

  • Mein Vorschulkind fragt sehr viel nach Buchstaben und Zahlen. Soll ich es dabei unterstützen oder sollte es nicht erst später in der Schule lesen, schreiben und rechnen lernen?

  • Wann ist der beste Einschulungszeitpunkt für mein Kind?

  • Warum ist mein Kind so unkonzentriert und unmotiviert bei den Hausaufgaben und beim Vorbereiten von Klassenarbeiten?

  • Wir sind der Meinung, dass unser Kind in der Schule nicht das zeigt, was es eigentlich könnte. Wir möchten gerne wissen, wo seine Begabungsschwerpunkte liegen.

  • Die Schulnoten unseres Kindes sind sehr schwankend und auch je nach Schulfach sehr unterschiedlich. Woran könnte das liegen?

  • Welche weiterführende Schule ist für mein Kind am besten?

  • Hat mein Kind eine Teilleistungsstörung (Legasthenie oder Dyskalkulie), AD(H)S oder ist es hochbegabt?

  • Wie gehe ich mit meinem sehr begabten oder hochbegabten Kind um?

  • Wie können wir unser Kind am besten fördern?

  • Wie können die Lehrer oder Erzieherinnen mein hochbegabtes Kind unterstützen? Soll ich mit ihnen darüber sprechen und wenn ja, wie?

  • Sollte mein Kind eine Klasse überspringen? Was ist dabei zu beachten?

  • Welche Schule bzw. Schulart ist für mein hochbegabtes Kind geeignet?

  • Was kann wichtig sein, damit mein hochbegabtes Kind mit den Mitschülern besser zurecht kommt?

  • Was ist bzgl. seiner Geschwister zu beachten?